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Tutorial 2026-10-13 · 6 min

Einpoligen Schaltplan online im Browser zeichnen: Schritt für Schritt

Wie Sie einen einpoligen Schaltplan ohne Installation direkt im Browser zeichnen, Schutzorgane richtig bemessen und als PDF oder DXF exportieren.

Author: GorkyCAD Team

Was ein einpoliger Schaltplan zeigt

Ein einpoliger Schaltplan, auch Einlinienschaltbild oder Übersichtsschaltplan genannt, stellt den Strompfad eines Stromkreises vereinfacht als eine einzige Linie dar. Alle Leiter eines Drehstromkreises werden zu einem Strang zusammengefasst; Schutzeinrichtungen wie Leitungsschutzschalter, Fehlerstrom-Schutzeinrichtung und Motorschutzschalter erscheinen als Symbole an dieser Linie. So bleibt das Bild übersichtlich, obwohl die reale Anlage mehrere Leiter umfasst.

Der Plan beantwortet genau die Fragen, die im Verteiler und auf der Baustelle zählen: Woher kommt die Einspeisung, wie ist der Verteiler aufgebaut, welche Schutzorgane sitzen in welchem Stromkreis und wie verläuft die Verteilung zu den Verbrauchern. Damit ist er die Grundlage für Errichtung, Messprotokolle und jede spätere Erweiterung.

Ein Online-CAD wie GorkyCAD Pro erzeugt einpolige Schaltpläne, Pläne, Verteiler und Kabeljournale aus einem einzigen Projektmodell. Ändert sich die Bemessung eines Stromkreises, zieht das die Zeichnung automatisch mit, statt drei getrennte Unterlagen von Hand nachzuführen.

Nicht zu verwechseln ist der einpolige Schaltplan mit dem Stromlaufplan. Der Stromlaufplan zeigt jede Ader und jeden Kontakt einzeln und dient der detaillierten Verdrahtung. Der einpolige Plan bleibt bei der Übersicht: Er zeigt, welche Geräte es gibt und wie sie zusammenhängen, ohne jede Klemme abzubilden. Beide Unterlagen ergänzen sich, erfüllen aber unterschiedliche Zwecke.

Vorbereitung: welche Daten Sie brauchen

Bevor der erste Strich gesetzt wird, sammeln Sie die Eingangsdaten. Je vollständiger sie vorliegen, desto weniger Nacharbeit entsteht beim Zeichnen.

Anschlussdaten

Klären Sie die Netzform und die Einspeisung: Drehstrom mit 400 V zwischen den Außenleitern und 230 V gegen den Neutralleiter oder eine Wechselstromanlage. Erfassen Sie die Absicherung der Einspeisung sowie die Leistung, die der Netzbetreiber bereitstellt.

Verbraucher und Leistungen

Listen Sie die Verbraucher mit ihrer Nennleistung auf, getrennt nach Dauerlast und Reserven. Für große Verbraucher wie Durchlauferhitzer, Wallbox oder Wärmepumpe planen Sie eigene Stromkreise ein, statt sie an eine gemischte Steckdosenverteilung zu hängen.

Randbedingungen

Notieren Sie Installationsart (unter Putz, auf Putz, in Kabelkanälen), Leitungslängen und Brandabschnittsgrenzen. Diese Angaben bestimmen später den Leiterquerschnitt, die Bemessung der Schutzorgane und die Auswahl der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung.

Lastaufstellung

Eine einfache Lastaufstellung hilft zusätzlich: Leistung je Verbraucher, Anzahl der Geräte und ein realistischer Gleichzeitigkeitsfaktor. Daraus lässt sich die zu erwartende Last je Stromkreis grob abschätzen und die Zahl der Abgänge festlegen, bevor die erste Linie gezeichnet wird.

Schritt für Schritt im Browser

Der gesamte Ablauf läuft im Browser, ohne Installation. Ein Projekt, das Sie einmal angelegt haben, bleibt bearbeitbar und lässt sich auf Wunsch auch offline weiterbearbeiten.

  1. Projekt anlegen und den Verteiler als zentralen Knoten platzieren.
  2. Einspeisung eintragen und den vorgelagerten Schutz festlegen.
  3. Abgangsstromkreise anlegen und die Verbraucher zuordnen.
  4. Schutzorgane bemessen: Leitungsschutzschalter nach Querschnitt und Last, Fehlerstrom-Schutzeinrichtung für die geforderten Stromkreise.
  5. Leiterquerschnitt und Leitungslänge je Stromkreis eintragen.
  6. Phasenverteilung prüfen, damit der Neutralleiter nicht einseitig belastet wird.
  7. Stromkreise beschriften und durchnummerieren.

Nach dem Speichern stehen Zeichnung und Daten in derselben Datei. Wer eine Änderung an einem Stromkreis vornimmt, sieht sie sofort im einpoligen Schaltplan, im Übersichtsplan und im Kabeljournal wieder, weil alle Ansichten aus demselben Modell stammen.

Schutzorgane richtig bemessen

Im einpoligen Schaltplan wird nicht die Schaltung im Detail gezeichnet, sondern die Funktion jedes Schutzorgans. Übersicht der wichtigsten Geräte:

GerätAufgabeTypische Bemessung
LeitungsschutzschalterÜberlast- und Kurzschlussschutz des Stromkreisesnach Leiterquerschnitt und Charakteristik B oder C
Fehlerstrom-SchutzeinrichtungPersonen- und Brandschutz durch Fehlerstrom30 mA für Endstromkreise mit Steckdosen
MotorschutzschalterSchutz von Motoren im Überlastfallauf den Bemessungsstrom des Motors eingestellt

Der Leitungsschutzschalter wird so gewählt, dass er den Stromkreis vor Überlast und Kurzschluss schützt und zugleich zu Leiterquerschnitt und Verlegung passt. Die Charakteristik B spricht bei kleinen bis mittleren Einschaltströmen schnell an, die Charakteristik C toleriert kurzzeitige Spitzen, etwa beim Anlauf von Motoren.

Die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung ergänzt diesen Schutz. Sie erkennt Fehlerströme, die die Anlage über einen anderen Weg als den Neutralleiter verlassen, und trennt den Stromkreis innerhalb kurzer Zeit. Für Endstromkreise mit Steckdosen ist ein Bemessungsfehlerstrom von 30 mA üblich, weil er den Personenschutz sicherstellt.

Neben Typ und Bemessung gehört zur Auswahl auch die Zuordnung: Jeder Stromkreis erhält genau die Schutzeinrichtung, die zu seinem Querschnitt und seiner Funktion passt. Wer Leitung, Absicherung und Schutzorgan aufeinander abstimmt, vermeidet die häufigste Ursache für ungewollte Auslösungen im Betrieb.

Export: PDF, DXF und weitere Formate

Ist der Plan fertig, folgt der Export. Aus demselben Projekt lassen sich unter anderem PDF, DXF, XLSX, IFC, BCF und GLTF ausgeben. Für die Dokumentation eignet sich ein PDF-Komplettsatz aus Spezifikation, Kabeljournal, Kostenschätzung und Verteilerpass, der sich direkt weitergeben lässt.

Das DXF-Format ist der universelle Austausch für CAD und BIM. XLSX eignet sich für Angebot und Kabelplan, die im Tabellenprogramm weiterbearbeitet werden. Die Berechnungen und Prüfungen folgen den Regeln der IEC 60364; daneben werden die Standardreihen IEC, IS, ANSI und BS unterstützt, sodass sich derselbe Entwurf an unterschiedliche Regelwerke anpassen lässt.

Die einmal gewählten Standards und Berechnungsparameter speichert das Projekt mit. Wird derselbe Entwurf für ein anderes Regelwerk benötigt, lassen sich die Einstellungen anpassen, ohne die Zeichnung neu zu erstellen. Das spart Zeit bei Projekten für unterschiedliche Märkte.

Beispiel: einpoliger Plan für eine Wohnung

Als Beispiel dient die Verteilung einer Dreizimmerwohnung mit Drehstromanschluss. Die Eingangsdaten:

  • Einspeisung: Drehstrom 400/230 V, abgesichert, Zählerplatz im Verteiler,
  • Stromkreise: Beleuchtung, Steckdosen in Wohn- und Schlafräumen, Küche, Bad, Waschmaschine,
  • große Verbraucher: Durchlauferhitzer im Bad als eigener Drehstromkreis.

Das Ergebnis: ein Verteiler mit getrennten Abgängen, jeweils mit Leitungsschutzschalter, die Steckdosenverteilungen zusätzlich hinter einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung mit 30 mA. Der Durchlauferhitzer erhält einen eigenen dreiphasigen Abgang; die Beleuchtung bleibt auf separaten Stromkreisen, damit ein Fehler in den Steckdosen nicht das Licht löscht.

Weil alle Daten im selben Modell liegen, erzeugt das Werkzeug aus dieser Konstellation den einpoligen Schaltplan, den Übersichtsplan und das Kabeljournal. Für die Übergabe wird zusätzlich der PDF-Komplettsatz ausgegeben.

Typische Fehler beim Online-Zeichnen

Die häufigsten Stolpersteine lassen sich vor dem Export vermeiden:

  • zu viele Verbraucher an einem einzigen Stromkreis, sodass die Absicherung nicht mehr zur Last passt,
  • fehlende Fehlerstrom-Schutzeinrichtung für Stromkreise, die sie erfordern,
  • Leitungslängen nicht eingetragen, wodurch der Querschnitt nicht kontrolliert werden kann,
  • unvollständige oder doppelte Stromkreisnummern, die die Zuordnung auf der Baustelle erschweren,
  • Phasen nicht verteilt, sodass ein Außenleiter dauerhaft überlastet wird.

Ein sauberer Plan zeichnet sich dadurch aus, dass jeder Stromkreis beschriftet ist, die Schutzorgane zur Last und zum Querschnitt passen und die Übergabeunterlagen vollständig sind. Ein letzter Blick auf Nummerierung und Legende kostet wenig Zeit und spart auf der Baustelle viel.

Viele dieser Punkte fallen beim reinen Zeichnen nicht auf, sondern erst bei der Berechnung. Genau deshalb lohnt es sich, die Prüfungen des Werkzeugs zu nutzen, bevor der Plan exportiert wird. So werden Fehler sichtbar, solange eine Korrektur noch einfach ist.

Fazit

Ein einpoliger Schaltplan entsteht heute ohne Installation direkt im Browser. Wer die Eingangsdaten sammelt, die Stromkreise gruppiert, die Schutzorgane nach Querschnitt und Last bemisst und den Plan sauber beschriftet, erhält eine Zeichnung, die sich in PDF und DXF weitergeben lässt.

Weil Zeichnung, Verteileraufbau und Kabeljournal aus einem Modell stammen, bleiben Änderungen konsistent. Die Entscheidungen zu Typ und Bemessung treffen Sie dabei früh und dokumentiert.

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FAQ

Brauche ich für den Online-Schaltplan eine Installation?

Nein. Das Zeichnen läuft im Browser. Als PWA lässt sich die Anwendung zusätzlich offline nutzen.

Welche Formate kann ich exportieren?

Aus demselben Projekt stehen unter anderem PDF, DXF, XLSX, IFC, BCF und GLTF zur Verfügung, dazu ein PDF-Komplettsatz aus Spezifikation, Kabeljournal und Verteilerpass.

Welcher Fehlerstrom ist für Steckdosen üblich?

Für Endstromkreise mit Steckdosen ist ein Bemessungsfehlerstrom von 30 mA üblich, weil er den Personenschutz sicherstellt.

Werden die Berechnungen nach Norm geprüft?

Die Berechnungen und Prüfungen folgen den Regeln der IEC 60364; daneben werden die Standardreihen IEC, IS, ANSI und BS unterstützt.

Was kostet die Nutzung?

Der Start ist kostenlos und ohne Kreditkarte. Die Pro-Version kostet 40 Euro pro Monat und lässt sich jederzeit beenden.

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