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Tutorial 2026-10-13 · 6 min

PDF-Dokumentensatz erstellen: vom Projekt zum kompletten Satz

Vom Modell zum vollständigen Dokumentensatz: Spezifikation, Kabelplan, Kostenschätzung und Verteilerdatenblatt in einem Durchgang erzeugen und vor der Weitergabe prüfen.

Author: GorkyCAD Team

Warum der Satz aus einer Quelle kommen sollte

Ein Elektroprojekt besteht selten aus einem einzigen Dokument. Für Ausschreibung, Montage und Abnahme werden mehrere Unterlagen gebraucht, und sie müssen zueinander passen. Werden Pläne, Stücklisten und Kostenschätzung in getrennten Programmen gepflegt, driften die Angaben schnell auseinander: Der Kabelplan nennt einen anderen Querschnitt als die Spezifikation, und die Schätzung rechnet mit einer Mengenbasis, die längst überholt ist.

GorkyCAD Pro erzeugt den gesamten Satz aus einem einzigen Modell. Änderst du eine Leitung oder einen Verteiler, ziehen Spezifikation, Kabelplan, Kostenschätzung und Datenblatt dieselbe Änderung nach. Der Export erfolgt als PDF mit Stempel, zusätzlich stehen DXF und XLSX für die Weiterbearbeitung bereit.

Dieser Beitrag zeigt der Reihe nach, wie der Satz aufgebaut wird und worauf vor der Weitergabe zu achten ist. Ausgangspunkt ist ein Modell mit gesetzten Verbrauchern, verlegten Leitungen und mindestens einem Verteiler.

Der größte Zeitgewinn entsteht nicht beim einmaligen Export, sondern bei jeder Änderung danach. Solange der Satz aus dem Modell kommt, genügt ein erneuter Export, um alle Unterlagen auf den neuen Stand zu bringen. Bei getrennt gepflegten Dokumenten müsste dagegen jede Datei einzeln nachgeführt werden, und genau dort entstehen die Fehler.

Was der Dokumentensatz enthält

Vier Unterlagen tragen den Satz. Jede hat eine eigene Aufgabe und richtet sich an einen anderen Leser – vom Planer über den Monteur bis zum Prüfer.

DokumentInhaltWofür
SpezifikationBauteile, Typen, Bemessungsdaten, MengenAusschreibung und Bestellung
KabelplanLeitungen, Querschnitte, Längen, TrassenVerlegung und Materialentnahme
KostenschätzungPositionen, Mengen, ZuordnungBudget und Angebot
VerteilerdatenblattBestückung, Schrankmaße, BemessungswerteAufbau, Beschriftung, Prüfung

Alle vier Dokumente greifen auf dieselben Daten zu. Der Kabelplan und die Spezifikation beschreiben dieselben Leitungen, das Verteilerdatenblatt und die Spezifikation dieselben Geräte. Genau diese Kopplung verhindert Widersprüche zwischen den Unterlagen.

Die Reihenfolge des Satzes folgt dem Ablauf am Bau: Zuerst braucht der Planer eine belastbare Bestandsaufnahme, dann der Monteur klare Vorgaben zur Verlegung, anschließend der Prüfer die Bemessungswerte. Jede Unterlage bedient eine andere Phase, und alle müssen auf demselben Modell beruhen, damit die Übergaben ohne Rückfragen funktionieren.

Schritt für Schritt zum kompletten Satz

Der Ablauf folgt der Logik des Projekts: erst die Stammdaten, dann die einzelnen Dokumente, zuletzt der Export. In dieser Reihenfolge bleibt jede Angabe nachvollziehbar.

Schritt 1: Projekt und Stammdaten prüfen

  1. Projektname, Anschrift und Auftraggeber eintragen, damit der Stempel korrekt gesetzt wird.
  2. Netzform und Spannungsebene festlegen (üblich sind 230 V / 400 V in TN-Systemen).
  3. Verteiler, Stromkreise und Verbraucher vollständig anlegen.
  4. Leitungen mit Querschnitt, Länge und Trasse erfassen.

Schritt 2: Spezifikation erzeugen

Die Spezifikation wird aus den verbauten Geräten abgeleitet. Sie listet Leitungsschutzschalter, FI-Schutzschalter, Klemmen, Leitungen und Verbraucher mit Typ und Menge. Vor dem Export empfiehlt sich ein Abgleich der Bemessungsdaten, damit die Stückliste und der Verteileraufbau zusammenpassen.

Schritt 3: Kabelplan erzeugen

Der Kabelplan fasst jede Leitung mit Start- und Zielpunkt, Querschnitt, Aderzahl, Länge und Verlegeart zusammen. Er dient der Materialentnahme und der Montage. Prüfe, ob jede im Plan gezeichnete Leitung auch im Kabelplan auftaucht und umgekehrt keine doppelt geführt wird.

Schritt 4: Kostenschätzung erzeugen

Die Kostenschätzung nutzt dieselben Mengen wie Spezifikation und Kabelplan. Sie ordnet Positionen den Gewerken zu und bildet die Grundlage für das Angebot. Da die Mengen aus dem Modell stammen, ändert sich die Schätzung automatisch mit, wenn sich die Auslegung ändert.

Schritt 5: Verteilerdatenblatt erzeugen

Das Verteilerdatenblatt zeigt Bestückung, Reihenfolge, Schrankmaße und die wichtigsten Bemessungswerte. Es begleitet den Aufbau und die spätere Prüfung des Verteilers. Stimme die Feldaufteilung mit der Bestückung ab, bevor das Blatt exportiert wird.

Schritt 6: Satz als PDF exportieren

Zum Schluss werden alle Dokumente gemeinsam als PDF exportiert. Über die zusätzlichen Formate DXF und XLSX lässt sich der Satz in andere Werkzeuge übergeben, etwa für die Weitergabe an den Bauherrn oder das Controlling.

Was vor dem Export zu prüfen ist

Ein kurzer Kontrollgang spart später viel Rückfragen. Diese Punkte lohnen sich vor jedem Export:

  • Stimmen Projektname, Anschrift und Stempel mit dem Auftrag überein?
  • Sind alle Verbraucher und Stromkreise im Modell erfasst, die der Plan zeigt?
  • Passen die Querschnitte im Kabelplan zur Auslegung in der Spezifikation?
  • Enthält die Spezifikation jedes Gerät, das im Verteilerdatenblatt aufgeführt ist?
  • Sind Mengen in der Kostenschätzung identisch mit Spezifikation und Kabelplan?
  • Ist die Feldaufteilung des Verteilers vollständig und mit den Geräten bestückt?
  • Sind Datum und Versionsstand auf jeder Seite aktuell?

Wer diese Liste einmal durchgeht, erkennt Widersprüche, bevor sie in die Ausschreibung gelangen. Der Aufwand ist gering, der Nutzen bei Abnahme und Nachkalkulation umso größer.

Besonders bei laufenden Projekten lohnt es sich, die Prüfung als festen Schritt vor dem Versand einzuplanen. Wer den Satz nach jeder größeren Änderung erneut exportiert und die Liste durchgeht, behält den Überblick und übergibt stets eine Fassung, die zum aktuellen Planungsstand passt.

Typische Fehler beim Zusammenstellen

Die meisten Probleme entstehen nicht im Programm, sondern im Ablauf davor. Häufig wiederkehrende Ursachen sind:

  • Dokumente werden zu früh exportiert, obwohl das Modell noch geändert wird.
  • Leitungen existieren im Plan, wurden aber nie im Kabelplan erfasst.
  • Geräte im Verteilerdatenblatt fehlen in der Spezifikation, weil die Bestückung später geändert wurde.
  • Die Kostenschätzung basiert auf einer alten Mengenbasis und passt nicht mehr zur Auslegung.
  • Stempel oder Versionsstand sind unvollständig, sodass die Unterlagen nicht eindeutig zuzuordnen sind.

Fast alle diese Fehler verschwinden, wenn der Satz erst nach Abschluss der Planung erzeugt wird und die Prüfliste aus dem vorigen Abschnitt angewendet wird.

Formate und Weitergabe

Der fertige Satz wird in erster Linie als PDF weitergegeben, weil dieses Format überall gleich dargestellt wird und sich nicht versehentlich verändert. Der Stempel macht die Unterlagen eindeutig zuordenbar und dient als Nachweis des Bearbeitungsstands.

Für die Weiterbearbeitung stehen zusätzlich DXF und XLSX bereit. Das DXF-Format überträgt Pläne in andere CAD-Programme, die Tabellenform XLSX eignet sich für die Kostenkalkulation und das Controlling. So bleibt der Satz anschlussfähig an Bauherrn, Bauleitung und Buchhaltung.

Sinnvoll ist eine klare Ordnerstruktur je Dokumentenart und Versionsstand, damit bei Rückfragen schnell die richtige Fassung gefunden wird. Wer den Satz aus dem Modell erzeugt, kann die Version jederzeit reproduzieren.

Fazit

Ein sauberer Dokumentensatz ist kein Zusatzaufwand, sondern Teil der Planung. Spezifikation, Kabelplan, Kostenschätzung und Verteilerdatenblatt aus einer Quelle halten Ausschreibung, Montage und Prüfung auf demselben Stand und vermeiden Widersprüche zwischen den Unterlagen.

Wer die Stammdaten pflegt, die Dokumente in der beschriebenen Reihenfolge erzeugt und die Prüfliste beachtet, hält den Aufwand gering und die Qualität hoch. Der fertige Satz lässt sich als PDF weitergeben und über DXF oder XLSX in andere Werkzeuge übernehmen.

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FAQ

Welche Dokumente gehören zum PDF-Satz?

Der Satz umfasst Spezifikation, Kabelplan, Kostenschätzung und Verteilerdatenblatt. Alle vier werden aus demselben Modell erzeugt und bleiben dadurch konsistent.

In welcher Reihenfolge sollte ich exportieren?

Zuerst die Stammdaten pflegen, dann Spezifikation, Kabelplan, Kostenschätzung und Verteilerdatenblatt erzeugen, zuletzt den kompletten Satz als PDF exportieren.

Warum weichen meine Unterlagen voneinander ab?

Meist wurden Dokumente zu unterschiedlichen Zeitpunkten erzeugt, während das Modell noch geändert wurde. Nach Abschluss der Planung neu exportieren löst das Problem.

Kann ich die Dateien weiterbearbeiten?

Ja. Neben PDF stehen DXF und XLSX bereit, sodass sich Pläne und Tabellen in anderen Werkzeugen weiterverwenden lassen.

Muss ich die Bemessungsdaten vor dem Export prüfen?

Ja. Ein Abgleich der Bemessungsdaten stellt sicher, dass Spezifikation und Verteilerdatenblatt zusammenpassen und die Stückliste vollständig ist.

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