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Design 2026-10-13 · 6 min

Verteilerkasten planen: Schritt für Schritt zur richtigen Bestückung

So planen Sie einen Verteiler systematisch: Module zählen, Stromkreise gruppieren, Phasen verteilen, beschriften und vor der Bestückung endkontrollieren.

Author: GorkyCAD Team

Warum die Verteilerplanung früh beginnt

Der Verteiler ist der Knotenpunkt jeder elektrischen Anlage. Hier treffen Einspeisung, Schutzeinrichtungen und alle Abgangsstromkreise zusammen. Wer den Verteiler erst auf der Baustelle zusammenstellt, riskiert, dass Platz, Reihenfolge und Beschriftung nicht zusammenpassen und die Bestückung nachträglich geändert werden muss.

Eine frühe Planung zahlt sich aus: Sie legen Anzahl und Größe der Stromkreise fest, bevor die erste Schiene bestellt wird, und Sie prüfen die Lastverteilung, solange eine Änderung noch einfach ist. In einem Online-CAD wie GorkyCAD Pro entsteht der Verteileraufbau zusammen mit dem Übersichtsplan und dem Kabeljournal aus demselben Modell, sodass Zählung und Zeichnung nicht auseinanderlaufen.

Der Verteiler muss außerdem zu seinem Einbauort passen: In einer Wohnung reicht oft ein Aufputz- oder Unterputzgehäuse mit wenigen Reihen, in einem Gewerbebau können mehrere Felder nötig sein. Klären Sie früh, wie viel Platz vorhanden ist und ob die Zuleitung von oben oder unten geführt wird; beides beeinflusst die Anordnung der Schienen. Ein weiterer Grund für die frühe Planung ist die Bestellung: Schutzeinrichtungen, Gehäuse und Schienen werden nach der Planung gekauft, und bei stimmiger Planung sitzt jedes Teil vom ersten Tag an am richtigen Platz.

Module und Teilungseinheiten zählen

Grundlage jeder Planung ist die Breite jeder Schutzeinrichtung, angegeben in Teilungseinheiten (TE). Eine Teilungseinheit entspricht 17,5 mm. Aus der Summe ergibt sich, wie viele Hutschienen und wie viel Gehäuse gebraucht werden.

GerätBreiteBemerkung
Leitungsschutzschalter, einpolig1 TEStandardabgang fuer Beleuchtung und Steckdosen
Leitungsschutzschalter, dreipolig3 TEfuer Drehstromkreise, etwa Motoren
Fehlerstrom-Schutzeinrichtung, zweipolig2 TEfuer Wechselstromkreise
Fehlerstrom-Schutzeinrichtung, vierpolig4 TEfuer Drehstromkreise

Zählen Sie die Breiten je Stromkreis zusammen und addieren Sie Reserve. Eine Faustregel lautet, mindestens 20 bis 30 Prozent freie Plätze einzuplanen, damit spätere Erweiterungen ohne neuen Kasten möglich bleiben.

Die Zählung sollte nicht nur die Schutzeinrichtungen umfassen. Auch Klemmen, Phasenschienen, ein Überspannungsschutz und etwaige Messeinrichtungen belegen Platz. Wer diese Elemente vergisst, plant am Ende zu knapp und muss auf ein größeres Gehäuse wechseln.

Stromkreise gruppieren

Gruppieren heißt, funktional zusammengehörige Stromkreise nebeneinander zu setzen und ihre Schutzeinrichtungen sinnvoll zu bündeln. Das erleichtert Fehlersuche und Wartung erheblich.

Nach Bereichen

Beleuchtung, Steckdosen und große Verbraucher bilden getrennte Gruppen. So bleibt das Licht in Betrieb, wenn ein Steckdosenkreis ausfällt, und ein einzelnes fehlerhaftes Gerät reißt nicht die gesamte Beleuchtung mit.

Nach Sicherungsebene

Setzen Sie Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen so, dass nicht zu viele Stromkreise an einer einzigen hängen. Sonst summieren sich die natürlichen Ableitströme der Geräte und es kommt zu ungewollten Abschaltungen. Mehrere kleinere Gruppen sind robuster als eine große.

Nach Reserveflächen

Lassen Sie zwischen den Gruppen freie Plätze stehen. Wächst eine Gruppe später, fügt sich der neue Abgang ohne Umbau der gesamten Schiene ein.

Die Gruppierung folgt am besten dem späteren Betrieb: Was häufig zusammen geschaltet oder gemeinsam geprüft wird, gehört nebeneinander. So findet man im Fehlerfall schnell den richtigen Abgang, und die Reihenfolge im Kasten entspricht der Logik der Anlage. Die Zahl der Stromkreise je Bereich richtet sich nach der erwarteten Last und nach der Forderung, dass ein Fehler nur einen begrenzten Teil der Anlage abschaltet.

Lasten auf die Phasen verteilen

In einer Drehstromanlage wird die einphasige Last auf die drei Außenleiter L1, L2 und L3 verteilt. Ziel ist eine möglichst gleichmäßige Belastung, damit der Neutralleiter nicht zu stark durch das Ungleichgewicht belastet wird und der vorgelagerte Schutz nicht einseitig anspricht.

Gehen Sie dabei nach Leistung vor, nicht nach Reihenfolge. Große Einzelverbraucher verteilen Sie zuerst, dann die kleineren. Ein typisches Vorgehen: Durchlauferhitzer auf L1, Wallbox auf L2, Wärmepumpe auf L3, danach die Steckdosen- und Beleuchtungskreise abwechselnd zuordnen.

Prüfen Sie die Verteilung zum Schluss rechnerisch: Addieren Sie die Leistungen je Außenleiter und vergleichen Sie die Summen. Weicht eine Phase deutlich ab, tauschen Sie einzelne Abgänge, bis die drei Werte nahe beieinanderliegen. Eine saubere Verteilung ist so wichtig wie der Querschnitt, weil sie Überlast und Schieflast vermeidet.

Bei der Zuordnung ist auch an spätere Lasten zu denken. Wird eine Wallbox oder eine Photovoltaikanlage nachgerüstet, wandert diese Last auf den dafür frei gehaltenen Außenleiter. Eine Reservierung im Plan spart dann den Umbau. Prüfen lässt sich die Verteilung auch rechnerisch mit einer Lastberechnung, die die Summe je Außenleiter automatisch ausgibt.

Reserven und Erweiterbarkeit einplanen

Ein Verteiler wird selten kleiner. Planen Sie deshalb von Anfang an Reserven ein: freie Teilungseinheiten neben jeder Gruppe, zusätzliche Reihen im Gehäuse und Platz für einen späteren Überspannungsschutz direkt hinter der Einspeisung.

Reserven gehören auch in die Stromkreise. Wer für die Küche oder den Außenbereich einen Abgang mehr vorsieht, muss später nicht erneut in den Verteiler eingreifen. Die freien Projekte der kostenlosen Nutzung decken bis zu drei Projekte ab, wer mehr verwaltet, arbeitet ohne diese Grenze in der Pro-Version.

Reserven kosten wenig und verursachen keinen Mehraufwand im Betrieb. Ein zu klein gewählter Verteiler dagegen führt früher oder später zu einem zweiten Kasten oder zu provisorischen Lösungen, die die Übersicht zerstören.

Beschriftung und Dokumentation

Eine klare Beschriftung ist später oft wichtiger als die Schaltung selbst. Jeder Abgang bekommt eine eindeutige, fortlaufende Nummer und eine kurze Bezeichnung des Verbrauchers, etwa Beleuchtung Flur oder Steckdosen Küche.

  • Nummerierung ohne Lücken und ohne Doppelungen vergeben,
  • gleiche Bezeichnung in Plan, Kabeljournal und auf dem Gerät verwenden,
  • Drehstromkreise als solche kennzeichnen,
  • Reserveabgänge als Reserve beschriften.

Für die Übergabe erzeugt das Werkzeug einen PDF-Komplettsatz aus Spezifikation, Kabeljournal, Kostenschätzung und Verteilerpass. Der Verteilerpass hält Bestückung und Belegung fest und ist die Grundlage für jede spätere Änderung.

Die Beschriftung sollte dauerhaft sein. Klebeetiketten, die sich mit der Zeit lösen, oder Bleistiftnotizen sind im Betrieb ungeeignet. Gedruckte und sauber aufgeklebte Bezeichnungen halten der Nutzung stand und erleichtern die Dokumentation.

Endkontrolle vor der Bestückung

Vor der Bestellung und vor dem Einbau lohnt eine systematische Schlussprüfung. Gehen Sie die Punkte der Reihe nach durch:

  1. Summe der Teilungseinheiten mit der Gehäusegröße und den Reihen abgleichen.
  2. Reserveplätze je Gruppe kontrollieren.
  3. Zuordnung von Stromkreisen zu Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen prüfen.
  4. Lastverteilung auf L1, L2 und L3 rechnerisch nachvollziehen.
  5. Beschriftung auf Vollständigkeit und Eindeutigkeit prüfen.
  6. Einspeisung und vorgelagerten Schutz in der Zeichnung kontrollieren.

Die Berechnungen und Prüfungen stützen sich auf die Regeln der IEC 60364; daneben werden die Standardreihen IEC, IS, ANSI und BS unterstützt. Verstoßen Kabeljournal und Verteileraufbau gegen keinen dieser Punkte, kann die Bestückung ohne Nacharbeit beginnen.

Die Endkontrolle ist der letzte Moment, in dem sich ein Fehler ohne Kosten korrigieren lässt. Nach der Bestellung ist jede Änderung mit Aufwand verbunden. Deshalb lohnt es sich, die Punkte der Reihe nach abzuarbeiten und erst danach zu bestellen.

Fazit

Ein sauber geplanter Verteiler entsteht in klaren Schritten: Module zählen, Stromkreise gruppieren, Lasten gleichmäßig auf die Phasen verteilen, Reserven einplanen und eindeutig beschriften. Die Endkontrolle vor der Bestückung sichert das Ergebnis ab.

Weil Aufbau, Zeichnung und Kabeljournal aus einem Modell stammen, bleiben Bestückung und Dokumentation widerspruchsfrei, und jede Änderung ist an einer Stelle nachvollziehbar.

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FAQ

Was ist eine Teilungseinheit?

Eine Teilungseinheit, kurz TE, ist die Breitenmaßeinheit im Verteiler. Eine TE entspricht 17,5 mm; ein einpoliger Leitungsschutzschalter belegt eine TE.

Wie viel Reserve soll ich einplanen?

Üblich sind mindestens 20 bis 30 Prozent freie Plätze, damit spätere Erweiterungen ohne neuen Kasten möglich bleiben.

Warum müssen die Phasen gleichmäßig belastet sein?

Einseitige Belastung führt zu Schieflast im Neutralleiter und belastet den vorgelagerten Schutz unnötig. Eine gleichmäßige Verteilung vermeidet Überlast und unnötige Abschaltungen.

Wie viele Stromkreise darf eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung versorgen?

So wenige, dass sich die Ableitströme der Geräte nicht so stark summieren, dass es zu ungewollten Abschaltungen kommt. Mehrere kleinere Gruppen sind robuster als eine große.

Welche Unterlagen gehören zur Übergabe?

Ein PDF-Komplettsatz aus Spezifikation, Kabeljournal, Kostenschätzung und Verteilerpass, der Bestückung und Belegung festhält.

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