--- Zum Inhalt springen
Guide 2026-10-14 · 5 min

Der erste Entwurf: In der ersten Stunde zum ersten Elektroprojekt

Wie du in der ersten Stunde vom leeren Projekt zu einem tragfähigen Entwurf kommst und welche Schritte du dir für später aufhebst.

Author: GorkyCAD Team

Was in der ersten Stunde entsteht

Der erste Entwurf legt die Richtung fest. In der ersten Stunde geht es nicht darum, ein Projekt fertigzustellen, sondern eine tragfähige Grundlage zu schaffen, auf der jeder weitere Schritt aufsetzt.

Am Ende dieser Stunde hast du ein angelegtes Projekt, die wichtigsten Räume, einen Verteiler und erste Stromkreise. Das klingt wenig, trägt aber den Rest der Planung: Alles Weitere greift auf diese Struktur zurück.

Weil in GorkyCAD Pro alle Ausgaben aus einer Modellbasis entstehen, lohnt sich diese Sorgfalt zu Beginn. Ein sauber angelegtes Modell erspart später das mühsame Nachziehen an mehreren Stellen.

Wer die erste Stunde ruhig angeht, merkt schnell: Es geht nicht um Geschwindigkeit, sondern um die Reihenfolge. Wer die richtigen Schritte zuerst macht, kommt am Ende weiter als jemand, der sofort ins Detail springt.

Bevor du beginnst: die nötigen Angaben

Vor dem ersten Klick sollten die Grunddaten des Vorhabens vorliegen. Diese Angaben brauchst du:

AngabeWofür sie gebraucht wird
Art des GebäudesWohnung, Haus oder Büro als Ausgangspunkt
Grundriss oder MaßeRäume und Flächen anlegen
EinspeisungAnschlusspunkt und Verteiler festlegen
Wichtige Lastengrößere Verbraucher von Anfang an berücksichtigen

Fehlt der exakte Grundriss, reichen zunächst grobe Maße. Sie lassen sich später verfeinern, ohne die Struktur neu aufzubauen. Wichtiger als millimetergenaue Angaben ist, dass die Räume und ihre Nutzung bekannt sind.

Halte außerdem fest, welche großen Verbraucher es gibt. Küche, Warmwasserbereitung oder eine Ladestation wirken sich auf die Aufteilung der Stromkreise aus und sollten deshalb von Anfang an bekannt sein.

Der Ablauf der ersten Stunde

Die erste Stunde folgt einer festen Reihenfolge. Sie führt vom Gebäude über den Verteiler zu den ersten Stromkreisen:

  1. Projekt anlegen. Erstelle ein neues Projekt und gib ihm einen klaren Namen.
  2. Räume festlegen. Lege die Räume mit ihrer Nutzung an; sie bilden das Gerüst.
  3. Verteiler setzen. Bestimme den Anschlusspunkt und platziere den Verteiler.
  4. Erste Stromkreise bilden. Beginne mit Beleuchtung und Steckdosen je Raum.
  5. Leitungen ziehen. Verbinde Verteiler und Betriebsmittel mit passenden Querschnitten.
  6. Zwischenstand prüfen. Kontrolliere Grundriss und Schema auf grobe Fehler.

Ein Beispiel: Wohnung mit drei Räumen

Für eine Wohnung mit Bad, Küche und Wohnzimmer liegen die Maße vor. In der ersten Stunde werden die drei Räume angelegt, der Verteiler im Flur platziert und je Raum erste Stromkreise für Licht und Steckdosen gebildet. Die Küche erhält zusätzlich einen eigenen Kreis für den Herd.

Nach sechzig Minuten stehen Grundriss, Schema und ein erstes Kabeljournal. Das Modell ist an einer Stelle, an der die nächste Sitzung direkt weiterarbeiten kann, ohne dass zuvor etwas nachgeholt werden muss.

Vom Grundriss zur Anlage

Sobald die Räume und der Verteiler stehen, wächst die Anlage von innen nach außen. Stromkreise werden zuerst je Raum angelegt und später nach Funktion gruppiert.

Weil Schema, Grundriss und Kabeljournal dieselbe Grundlage teilen, taucht ein neuer Stromkreis an allen Stellen gleichzeitig auf. Du zeichnest ihn also nur einmal und findest ihn anschließend im Schema und im Journal wieder.

Das ist der eigentliche Unterschied zu getrennt geführten Dateien: Änderungen müssen nicht an mehreren Stellen nachgezogen werden. Wer eine Leitung verschiebt, sieht die Wirkung sofort an allen Ausgaben.

Arbeite in dieser Phase grob. Die genaue Lage einzelner Betriebsmittel lässt sich später festlegen, ohne die Stromkreise neu zu sortieren.

Was du in der ersten Stunde noch nicht brauchst

In der ersten Stunde darf vieles offenbleiben. Vertiefende Berechnungen etwa für den Querschnitt aller Leitungen, die genaue Selektivität oder die vollständige Dokumentation gehören in spätere Schritte.

Auch Sonderbereiche wie Außenanlagen, Photovoltaik oder eine Ersatzstromversorgung lassen sich später ergänzen. Sie aufzunehmen, bevor die Grundstruktur steht, verkompliziert den Entwurf ohne Gewinn.

Wichtiger als Vollständigkeit ist eine klare Struktur, an der du weiterbauen kannst. Die Feinheiten kommen von selbst, sobald das Gerüst steht.

Typische Stolpersteine

Einige Punkte bremsen den Einstieg erfahrungsgemäß:

  • Zu viele Details zu früh – der Entwurf verliert sich, bevor die Struktur steht.
  • Unklare Raumnutzung – Stromkreise lassen sich später schlecht zuordnen.
  • Unbenannte Bauteile – Bezeichnungen nachzupflegen kostet mehr Zeit als gleich zu vergeben.
  • Kein Zwischenstand – ohne kurze Prüfung wandern Fehler in die nächste Sitzung.

Wer diese Punkte im Blick behält, kommt schneller zu einem Entwurf, der trägt. Ein kurzer Blick am Ende der Stunde genügt meist, um die gröbsten Fehler zu finden.

Von der ersten Stunde zur fertigen Planung

Die erste Stunde ist ein Anfang, kein Abschluss. Von der Struktur aus führt der Weg über die Detailplanung bis zur Dokumentation. Wer die Reihenfolge kennt, weiß, was als Nächstes ansteht.

Nach der ersten Stunde folgen in der Regel die Verfeinerung der Stromkreise, die Berechnung von Querschnitten und Absicherung sowie die Prüfung nach IEC 60364. Erst danach entsteht der vollständige PDF-Dokumentensatz.

Weil alle diese Schritte auf derselben Modellbasis aufbauen, muss die erste Stunde nichts vorwegnehmen. Sie muss nur eines leisten: eine Ordnung, in die sich Details später sauber einfügen lassen.

Fazit

Die erste Stunde entscheidet über das Tempo der weiteren Planung. Steht die Struktur aus Räumen, Verteiler und ersten Stromkreisen, fügt sich alles Weitere von selbst ein.

GorkyCAD Pro führt Schema, Grundriss und Kabeljournal in einem Modell zusammen. Der Einstieg ist kostenlos und ohne Kreditkarte.

Jetzt kostenlos starten →

FAQ

Wie viel schaffe ich in der ersten Stunde?

Für eine Wohnung mit drei bis vier Räumen reicht die Zeit meist, um Räume, Verteiler und erste Stromkreise anzulegen.

Brauche ich genaue Maße?

Nein. Grobe Maße genügen für den Anfang und lassen sich später verfeinern.

Muss ich schon rechnen?

Nein. Vertiefende Berechnungen folgen in späteren Schritten; in der ersten Stunde steht die Struktur.

Kann ich das Projekt später fortsetzen?

Ja. Du speicherst den Stand und arbeitest in der nächsten Sitzung direkt weiter.

Ähnliche Artikel