Wann diese Checkliste hilft
Ein Verteiler ist schnell bestückt, aber selten gut vorbereitet. Diese Checkliste sammelt die Kontrollen, die vor dem Aufbau anstehen: von der Zählung der Module über die Gruppierung der Stromkreise bis zur Übergabe der Dokumente.
Sie ist bewusst als Prüfliste gedacht, nicht als Bauanleitung. Wer sie zweimal durchgeht, einmal beim Entwurf und einmal unmittelbar vor der Bestellung, erkennt die meisten Fehler, bevor Material eingekauft wird. Genau das spart später Nacharbeit im Kasten.
Sie passt für Wohnungsverteiler ebenso wie für größere Anlagen im Gewerbe. Gehen Sie die Punkte der Reihe nach durch, dann fallen Lücken auf, solange sich eine Änderung noch ohne Aufwand erledigen lässt.
Module und Teilungseinheiten prüfen
Grundlage ist die Breite jeder Schutzeinrichtung in Teilungseinheiten (TE). Eine TE entspricht 17,5 mm; aus der Summe ergibt sich der Platzbedarf. Notieren Sie jede Position mit ihrer Breite und addieren Sie die Werte spaltenweise, dann sehen Sie früh, ob eine Reihe zu voll wird.
- Summe der Schutzeinrichtungen mit der Gehäusegröße abgleichen.
- Klemmen, Phasenschienen, Überspannungsschutz und Messeinrichtungen mitzählen.
- Reserve von mindestens 20 bis 30 Prozent freier Plätze einplanen.
- Anzahl der Reihen und die Führung der Zuleitung gegen den Einbauort prüfen.
Häufig wird nur die Summe der Leitungsschutzschalter gezählt und alles andere vergessen. Gerade Klemmen und eine spätere Messeinrichtung belegen Platz, der dann an anderer Stelle fehlt.
Gruppen und Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen
Prüfen Sie, ob zusammengehörige Stromkreise nebeneinander liegen und ob eine einzelne Fehlerstrom-Schutzeinrichtung nicht zu viele Kreise versorgt. Sonst summieren sich die Ableitströme der Geräte und es kommt zu ungewollten Abschaltungen.
- Beleuchtung, Steckdosen und große Verbraucher bilden getrennte Gruppen.
- Je Fehlerstrom-Schutzeinrichtung nur so viele Kreise, dass die Ableitströme unkritisch bleiben.
- Reserveplätze zwischen den Gruppen vorsehen, damit spätere Abgänge sich einfügen.
Zählen Sie die Kreise je Schutzeinrichtung mit und markieren Sie im Plan, welche Gruppe zu welcher Fehlerstrom-Schutzeinrichtung gehört. So bleibt die Zuordnung auch beim Blick in den Verteiler eindeutig.
Phasenlast kontrollieren
In Drehstromanlagen wird die einphasige Last auf die Außenleiter L1, L2 und L3 verteilt. Gehen Sie nach Leistung vor und vergleichen Sie am Ende die Summen je Außenleiter. Hilfreich ist eine kleine Aufstellung der Leistungen je Phase, denn sie zeigt die Abweichung, bevor sie zum Problem wird.
- Große Einzelverbraucher zuerst auf die Außenleiter verteilen.
- Kleinere Stromkreise abwechselnd zuordnen.
- Summen je Außenleiter addieren und bei großer Abweichung einzelne Abgänge tauschen.
Beschriftung prüfen
Eine eindeutige und dauerhafte Beschriftung entscheidet später über eine schnelle Fehlersuche. Kontrollieren Sie sie vor dem Aufbau, nicht danach.
- Jeder Abgang hat eine Nummer ohne Lücken und Doppelungen.
- Die Bezeichnung ist in Plan, Kabeljournal und auf dem Gerät identisch.
- Drehstromkreise und Reserveabgänge sind gekennzeichnet.
- Gedruckte, fest aufgeklebte Beschriftung statt loser Aufkleber oder Bleistiftnotizen.
Vergeben Sie die Nummern nach einem festen Schema, etwa fortlaufend nach Gruppen, damit die Reihenfolge im Kasten auch in der Dokumentation wiederkehrt und sich leicht wiederfinden lässt.
Dokumente und Übergabe
Legen Sie vor dem Aufbau fest, welche Unterlagen zur Übergabe gehören, und prüfen Sie, ob alle aus demselben Modell stammen. Achten Sie darauf, dass die Versionen zusammenpassen: Ein Kabeljournal mit alten Längen neben einem neuen Verteileraufbau führt später zu Verwechslungen.
- Spezifikation und Kabeljournal auf dem aktuellen Stand.
- Kostenschätzung mit der endgültigen Bestückung abgeglichen.
- Verteilerpass mit Bestückung und Belegung erstellt.
- Übersichtsplan und Verteileraufbau widerspruchsfrei.
Schnellprüfung in der Tabelle
Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Prüfungen, den jeweiligen Richtwert und die passende Kontrolle zusammen.
| Punkt | Richtwert oder Norm | Wie prüfen |
|---|---|---|
| Module | Gerätesumme plus 20 bis 30 Prozent Reserve | TE je Gerät addieren und mit dem Gehäuse vergleichen |
| Gruppen | Getrennte Kreise je Bereich | Belegung je Gruppe durchgehen |
| Phasen | Gleichmäßige Summe auf L1 bis L3 | Leistungen je Außenleiter addieren |
| Beschriftung | Eindeutig und dauerhaft | Nummern und Bezeichnungen abgleichen |
| Dokumente | Spezifikation, Kabeljournal, Verteilerpass | Vollständigkeit der Unterlagen prüfen |
Diese Tabelle eignet sich als kurze Schlusskontrolle. Gehen Sie die Zeilen der Reihe nach durch und haken Sie jede ab, bevor die Bestellung ausgelöst wird.
Fazit
Die Checkliste führt vom Zählen der Module über Gruppen und Phasen bis zu Beschriftung und Übergabe. Wer die Punkte der Reihe nach abarbeitet, bestellt erst, wenn der Verteiler wirklich passt.
Weil Zeichnung, Aufbau und Kabeljournal aus einem Modell stammen, bleiben Bestückung und Dokumentation widerspruchsfrei und jede Änderung ist an einer Stelle nachvollziehbar.
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FAQ
Was ist eine Teilungseinheit?
Die Teilungseinheit (TE) ist die Breitenmaßeinheit im Verteiler und entspricht 17,5 mm. Ein einpoliger Leitungsschutzschalter belegt eine TE.
Wie viel Reserve soll der Verteiler haben?
Üblich sind mindestens 20 bis 30 Prozent freie Plätze, damit spätere Erweiterungen ohne größeres Gehäuse möglich bleiben.
Welche Dokumente gehören zur Übergabe?
Ein PDF-Komplettsatz aus Spezifikation, Kabeljournal, Kostenschätzung und Verteilerpass, der Bestückung und Belegung festhält.