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Tutorial 2026-10-14 · 6 min

Elektroplanung im BIM: Modell per IFC exportieren und koordinieren

Wie du ein Elektromodell sauber für den IFC-Export vorbereitest und die Übergabe an die anderen Gewerke koordinierst.

Author: GorkyCAD Team

Wann ein IFC-Export sinnvoll ist

IFC ist das offene Austauschformat für BIM-Daten. Es beschreibt Räume, Bauteile und Anlagen samt ihrer Beziehungen so, dass verschiedene Programme dieselben Informationen lesen können. Für die Elektroplanung wird das immer dann wichtig, wenn das eigene Modell nicht allein bleibt, sondern mit Architektur, Tragwerk und Haustechnik zusammengeführt wird.

Ein Export lohnt sich, sobald ein Projekt an ein anderes Büro geht, sobald die Koordination über ein gemeinsames Modell läuft oder sobald der Bauherr ein prüfbares Modell verlangt. Auch für die eigene Ablage ist die exportierte Datei nützlich, weil sie den Stand eines Planungsabschnitts festhält.

Ein weiterer Anlass ist die Übergabe an die Ausführung. Wer die Bestellung oder die Montage vorbereitet, will nicht in einzelne Pläne schauen, sondern ein Modell öffnen, in dem die Bauteile bereits räumlich angeordnet sind und zueinander passen.

In GorkyCAD Pro entsteht die Elektroplanung aus einer einzigen Modellbasis. Pläne, Verteiler und Kabeljournal greifen auf dieselben Bauteile zu. Beim IFC-Export werden diese Bauteile mit ihren Eigenschaften übergeben und nicht als reine Zeichnung.

Was IFC aus dem Elektromodell überträgt

Damit die Zusammenführung gelingt, muss klar sein, welche Informationen das Modell mitbringt. Die folgenden Bauteile und Angaben sind für die Koordination besonders relevant:

BauteilEigenschaftenNutzen in der Koordination
Räume und ZonenNutzung, Grundfläche, HöheAbgleich mit den Nutzungsanforderungen
VerteilerschränkePosition, Typ, BemessungKollisionsprüfung und Zugänglichkeit
Leitungen und TrassenVerlegeweg, QuerschnittKollisionsprüfung mit anderen Gewerken
StromkreiseZuordnung, AbsicherungNachweis der Versorgung je Raum

Je vollständiger diese Angaben im Modell gepflegt sind, desto weniger Rückfragen entstehen bei der Übergabe. Ein Modell ohne Raumbegrenzung lässt sich zwar exportieren, liefert aber keine verwertbare Zuordnung.

Neben den Bauteilen zählt die Vollständigkeit der Angaben. Fehlt einem Verteiler der Typ oder einer Leitung der Querschnitt, entsteht bei der Übergabe eine Lücke, die erst im Gespräch geklärt werden muss. Solche Lücken kosten Zeit und sind leicht zu vermeiden, wenn das Modell vor dem Export einmal durchgesehen wird.

Schritt für Schritt zum exportfähigen Modell

Ein guter Export beginnt nicht beim Klick auf eine Schaltfläche, sondern beim Aufräumen des Modells. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:

  1. Projektstand festschreiben. Lege die Revision fest, die exportiert werden soll, damit später nachvollziehbar bleibt, welcher Stand übergeben wurde.
  2. Modell prüfen. Entferne doppelte oder verwaiste Bauteile, die keinen Stromkreis und keinen Raum haben.
  3. Bezugspunkt kontrollieren. Stimme den Ursprung des Modells mit dem vereinbarten Projektnullpunkt ab.
  4. Bezeichnungen vereinheitlichen. Vergib Kürzel und Namen nach einer gemeinsamen Systematik.
  5. Räume abgrenzen. Sorge dafür, dass jeder Raum geschlossen ist und eine Nutzung trägt.
  6. Umfang wählen und exportieren. Entscheide, ob das ganze Gebäude oder nur ein Abschnitt übergeben wird.

Beispiel: Übergabe für ein Bürogebäude

Ein Bürogebäude mit drei Geschossen geht von der Elektroplanung an ein Architekturbüro. Ausgangsdaten sind ein Modell mit je einem Verteiler pro Geschoss, Trassen in der abgehängten Decke und Leuchten in den Fluren. Vor dem Export werden die Räume geschlossen, die Nullpunkte abgeglichen und die Verteiler nach dem Anlagenkürzel benannt.

Nach dem Import liegt das Elektromodell deckungsgleich über der Architektur. Die Flurleuchten sitzen in der geplanten Höhe, und die Trassen lassen sich gegen die Lüftungskanäle prüfen. Eine Rückfrage zur Lage eines Verteilers entfällt, weil seine Position eindeutig ist.

Wer diese Schritte in fester Folge abarbeitet, spart bei der Zusammenführung viel Zeit, weil die häufigsten Streitpunkte bereits vor dem Export geklärt sind.

Bezugssystem und Koordinaten abstimmen

Der häufigste Grund für ein verschobenes Modell ist ein unterschiedlicher Nullpunkt. Jedes Fachmodell hat einen eigenen Ursprung, und beim Zusammenführen treffen diese Ursprünge aufeinander. Wenn sie nicht abgestimmt sind, liegt das Elektromodell meterweit neben der Architektur, obwohl beide für sich korrekt sind.

Kläre deshalb vor dem Export, welcher Bezugspunkt im Gesamtprojekt gilt. Häufig wird zwischen einem lokalen Ursprung und einem übergeordneten Projektnullpunkt unterschieden. Beide sollten im Modell sauber getrennt und benannt sein, damit sie nicht verwechselt werden.

Prüfe nach dem Export an mindestens zwei markanten Punkten, ob die Lage stimmt. Ein Verteilerschrank an einer Gebäudeecke eignet sich dafür besser als ein einzelner Raum, weil ein solcher Punkt eindeutig wiederzufinden ist.

Dokumentiere den verwendeten Bezugspunkt kurz in der Übergabe. Wer den nächsten Stand importiert, weiß dann sofort, worauf er sich bezieht, und muss nicht raten.

Bezeichnungen, die Bestand haben

Bei der Zusammenführung entscheidet die Bezeichnung darüber, ob Bauteile als ein Element erkannt oder doppelt angelegt werden. Eine durchgängige Systematik verhindert, dass dieselbe Leitung zweimal im Modell erscheint.

ElementEmpfehlung
VerteilerAnlagenkürzel plus laufende Nummer
StromkreiseVerteilerkürzel plus Kreisnummer
LeitungenKennung mit Querschnitt und Trassennummer
RäumeRaumnummer plus Nutzungsart

Halte die Systematik im Projekt einmal fest und wende sie über alle Gewerke hinweg gleich an. Abkürzungen, die nur im eigenen Büro gelten, führen bei der Übergabe regelmäßig zu Missverständnissen.

Sinnvoll ist außerdem, Kürzel nicht nachträglich zu ändern. Ein einmal vergebener Name bleibt über die Planungsphasen hinweg stabil, sodass Verweise in Listen und Nachweisen gültig bleiben.

Typische Fehler und ihre Folgen

Einige Fehler tauchen im IFC-Export immer wieder auf. Sie sind meist harmlos für die eigene Planung, richten bei der Zusammenführung aber Schaden an:

  • Fehlender Bezugspunkt – das Modell liegt im Gesamtmodell verschoben.
  • Uneinheitliche Bezeichnungen – Bauteile werden bei der Zusammenführung doppelt angelegt.
  • Offene Räume – eine Zuordnung von Stromkreisen zu Räumen ist nicht möglich.
  • Zu großer Exportumfang – die Datei wird unübersichtlich und lässt sich schwer prüfen.

Die meisten dieser Punkte lassen sich vor dem Export abfangen. Wer den Modellstand kurz durchsieht, findet sie schneller, als die Zusammenführung später zu reparieren. Ein zweiter Blick lohnt sich besonders auf Bereiche, die zuletzt geändert wurden.

Koordination mit den anderen Gewerken

Der eigentliche Zweck des Exports ist die Abstimmung. Sobald alle Fachmodelle in einem gemeinsamen Modell vorliegen, lassen sich Konflikte erkennen: eine Trasse, die einen Lüftungskanal kreuzt, ein Verteiler, der eine Tür blockiert, oder eine Baufreiheit, die nicht ausreicht.

Solche Konflikte sind dann günstig zu lösen, wenn sie früh sichtbar werden. Im Modell kostet das eine Umplanung, auf der Baustelle einen Mehraufwand. Deshalb sollte der Austausch regelmäßig stattfinden, nicht nur einmal kurz vor der Ausführung.

Lege außerdem fest, wer für welche Rückmeldung zuständig ist. Ein kurzer, wiederkehrender Termin für den Modellabgleich hält offene Punkte sichtbar und verhindert, dass Hinweise in Nachrichten verloren gehen.

Notiere zu jedem Konflikt eine Entscheidung und einen Verantwortlichen. So bleibt nachvollziehbar, warum eine Trasse verschoben wurde, und dieselbe Frage taucht in der nächsten Phase nicht erneut auf.

Fazit

Ein konfliktfreier IFC-Export ist vor allem eine Frage der Vorbereitung. Ein abgestimmter Bezugspunkt, klare Bezeichnungen und geschlossene Räume lösen die Probleme, die sonst erst bei der Zusammenführung auffallen.

GorkyCAD Pro hält Modell, Pläne und Kabeljournal in einem Zusammenhang und gibt beim Export die Bauteile mit ihren Eigenschaften aus. So bleibt die Übergabe an andere Gewerke nachvollziehbar, und der Stand eines Abschnitts lässt sich jederzeit belegen.

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FAQ

Ist IFC ein offenes Format?

Ja. IFC ist ein offener Standard für den Austausch von BIM-Daten und wird von vielen Planungsprogrammen gelesen und geschrieben.

Überträgt der Export auch Stromkreise?

Ja, im Elektromodell werden Stromkreise mit ihrer Zuordnung und Absicherung übergeben, sofern sie im Modell gepflegt sind.

Warum liegt mein Modell nach der Übergabe verschoben?

Meist fehlt ein gemeinsamer Bezugspunkt. Stimme den Nullpunkt vor dem Export mit dem Gesamtprojekt ab.

Kann ich GorkyCAD Pro offline nutzen?

Die Anwendung läuft im Browser und arbeitet als PWA auch offline. Der Einstieg ist kostenlos, ohne Kreditkarte.

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