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Tutorial 2026-10-14 · 6 min

Der Schaltanlagenpass: Schritt für Schritt zum PDF-Dokument

Wie du aus dem Modell einen Schaltanlagenpass erstellst, welche Angaben Pflicht sind und wie er den PDF-Dokumentensatz ergänzt.

Author: GorkyCAD Team

Was ein Schaltanlagenpass ist

Der Schaltanlagenpass ist das Begleitdokument einer Verteilung. Er beschreibt, was in einem Schaltschrank oder Verteiler verbaut ist, welche Stromkreise von dort versorgt werden und mit welchen Schutzeinrichtungen sie abgesichert sind. Während der Plan die räumliche Lage zeigt, beantwortet der Pass die Frage, wie die Anlage aufgebaut ist und wie sie betrieben wird.

Für die Übergabe ist er deshalb wichtig: Wer eine Anlage später erweitert, wartet oder prüft, findet im Pass die Angaben, die auf dem Plan fehlen. Ein sauber geführter Pass ersetzt das Nachmessen vor Ort und macht Änderungen nachvollziehbar.

In GorkyCAD Pro entsteht der Pass aus derselben Modellbasis wie Plan, Schema und Kabeljournal. Er ist Teil des PDF-Dokumentensatzes, zu dem außerdem Spezifikation, Kabeljournal und Kostenschätzung gehören.

Welche Angaben aus dem Modell stammen

Weil alle Ausgaben aus einer Modellbasis kommen, müssen die Daten für den Pass nicht getrennt erfasst werden. Er zieht seine Angaben aus den Bauteilen, die im Projekt bereits gepflegt sind:

AngabeHerkunft im Modell
Bezeichnung und Position des VerteilersAngelegtes Betriebsmittel
Stromkreise mit NummerZuordnung im Verteiler
Absicherung je KreisSchutzeinrichtung am Stromkreis
Leitungen und QuerschnitteLeitungen im Kabeljournal

Daraus ergibt sich ein einfacher Grundsatz: Je vollständiger das Modell gepflegt ist, desto vollständiger wird der Pass. Fehlt einem Stromkreis die Schutzeinrichtung, bleibt die Zeile im Dokument leer. Das ist kein Fehler der Ausgabe, sondern ein Hinweis auf eine Lücke im Modell.

Weil der Pass dieselbe Quelle nutzt wie der Plan, stimmen beide automatisch überein, solange das Modell aktuell ist. Ein getrennt geschriebener Pass kann dagegen schnell von der Zeichnung abweichen.

Schritt für Schritt zum Schaltanlagenpass

Der Pass wird nicht von Hand geschrieben, sondern abgeleitet. So gehst du vor:

  1. Projektstand festlegen. Halte die Revision fest, für die der Pass gilt.
  2. Verteiler prüfen. Kontrolliere, dass jeder Verteiler eine eindeutige Bezeichnung trägt.
  3. Stromkreise abgleichen. Sorge dafür, dass jeder Kreis eine Nummer und eine Schutzeinrichtung hat.
  4. Leitungen kontrollieren. Prüfe Querschnitt und Zuordnung der Leitungen im Kabeljournal.
  5. Dokumentensatz erzeugen. Gib den PDF-Dokumentensatz aus, in dem der Pass enthalten ist.
  6. Datei prüfen. Öffne das PDF und vergleiche die Angaben mit dem Modell.

Beispiel: Pass für einen Wohnungsverteiler

Ein Verteiler in einer Wohnung versorgt Küche, Bad, Wohnzimmer und Flur. Ausgangsdaten sind ein Modell mit zwölf Stromkreisen, jeweils eigener Absicherung und den zugehörigen Leitungen. Vor dem Export werden die Kreisnummern geprüft und die Bezeichnung des Verteilers vereinheitlicht.

Im erzeugten Pass stehen der Verteiler mit seiner Bezeichnung, die Stromkreise mit Nummer und Absicherung sowie die Leitungen mit Querschnitt. Das Dokument lässt sich direkt an den Betreiber übergeben und dient später als Grundlage, wenn ein Kreis ergänzt wird.

Aufbau und Pflichtangaben

Ein vollständiger Pass folgt einer festen Reihenfolge. Diese Angaben gehören hinein:

AbschnittInhalt
KopfProjekt, Standort und Stand der Ausgabe
VerteilerBezeichnung, Typ und Bemessung
StromkreiseNummer, Zuordnung und Schutzeinrichtung
LeitungenQuerschnitt, Länge und Verlegeart

Die Reihenfolge macht das Dokument lesbar: Erst wird die Anlage benannt, dann ihre Kreise, zuletzt die Leitungen. Wer den Pass später liest, findet jede Angabe an derselben Stelle, unabhängig davon, wer ihn erstellt hat.

Der Kopf ist dabei mehr als eine Formalität. Projekt, Standort und Stand der Ausgabe legen fest, auf welche Anlage sich das Dokument bezieht. Ohne diese Angaben lässt sich der Pass später keiner Revision mehr zuordnen.

Die Angaben zu den Stromkreisen sind der Kern des Dokuments. Nummer, Zuordnung und Schutzeinrichtung beantworten die Frage, welcher Kreis wofür zuständig ist und wie er im Fehlerfall abschaltet. Fehlt eine dieser drei Angaben, ist der Kreis im Pass nur unvollständig beschrieben.

Pass, Schema und Plan: die Unterschiede

Die drei Dokumente ergänzen sich, sind aber nicht dasselbe. Ein kurzer Vergleich hilft, den Pass richtig einzusetzen:

DokumentBeantwortet
GrundrissWo die Bauteile liegen
SchemaWie die Anlage verschaltet ist
SchaltanlagenpassWas verbaut ist und wie es abgesichert ist

Wer eine Anlage übergibt, braucht alle drei. Der Plan zeigt die Lage, das Schema den Zusammenhang und der Pass die Bestückung. Fehlt einer, muss der Empfänger sich die Information anderweitig beschaffen.

Weil in GorkyCAD Pro alle drei aus demselben Modell entstehen, widersprechen sie sich nicht. Genau das ist bei getrennt geführten Unterlagen die häufigste Fehlerquelle.

Prüfen und freigeben

Vor der Freigabe lohnt ein Abgleich zwischen Pass und Plan. Beide sollten denselben Stand zeigen und dieselben Bezeichnungen tragen.

Prüfe besonders die Stromkreiszuordnung. Ein Kreis, der im Plan einem Raum zugeordnet ist, muss im Pass unter derselben Bezeichnung auftauchen. Abweichungen bei der Nummerierung sind der häufigste Grund für Rückfragen bei der Übergabe.

Achte auch auf Vollständigkeit: Fehlt eine Schutzeinrichtung oder eine Leitung, deutet das auf eine Lücke im Modell hin. Besser, sie vor der Ausgabe zu schließen als später im Dokument zu erklären.

Ein letzter Blick gilt dem Stand. Wurde das Modell nach der Ausgabe noch verändert, passt der Pass nicht mehr dazu. Dann lohnt sich ein erneuter Export, bevor die Unterlagen weitergehen.

Typische Fehler

Einige Fehler kehren bei Schaltanlagenpässen regelmäßig wieder:

  • Uneinheitliche Bezeichnungen – Verteiler und Kreise werden unterschiedlich benannt.
  • Fehlende Schutzeinrichtungen – Stromkreise ohne zugeordnete Absicherung.
  • Veralteter Stand – der Pass stammt aus einer früheren Modellrevision.
  • Abweichungen zum Plan – Nummern oder Zuordnungen stimmen nicht überein.

Diesen Punkten lässt sich mit einer kurzen Routine vor der Ausgabe begegnen. Wer den Pass einmal gegen das Modell hält, findet die meisten Lücken sofort und spart sich die Nacharbeit im Nachhinein.

Fazit

Der Schaltanlagenpass ist kein separates Dokument, das zusätzlich gepflegt werden muss. Er entsteht aus dem Modell und wird Teil des PDF-Dokumentensatzes. Entscheidend ist, dass die zugrunde liegenden Bauteile vollständig sind.

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FAQ

Ist der Schaltanlagenpass Pflicht?

Für die Übergabe einer Anlage gehört ein solcher Pass zur Dokumentation. Er beschreibt Aufbau und Absicherung des Verteilers.

Kann ich den Pass separat ausgeben?

Er ist Teil des PDF-Dokumentensatzes, der Spezifikation, Kabeljournal und Kostenschätzung ergänzt.

Woher kommen die Angaben?

Aus dem Modell: Verteiler, Stromkreise, Schutzeinrichtungen und Leitungen werden übernommen.

Was, wenn ein Stromkreis fehlt?

Dann bleibt die Zeile leer. Prüfe das Modell, bevor du den Dokumentensatz ausgibst.

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